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Und es geht auch ohne Kettensäge und schweres Gerät – Triftfest in Rinnthal im Pfälzerwald

Triftfest 2015108

Triftfest 2015108Groß und Klein waren begeistert vom diesjährigen Triftfest im pfälzischen Rinnthal. Auch in diesem Jahr wieder konnten Besucher aus der Umgebung und auch viele von weit her angereist erleben, wie in früheren ´maschinenfernen´ Zeiten Bäume gefällt und das Holz mit Muskel- und Wasserkraft ins Tal befördert wurde. Alles in Allem war das Triftfest auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg für alle Organisatoren, Helfer und Aussteller. So konnte auch wieder die alte handwerkliche Tradition des Holzflössens im Pfälzerwald für Groß und Klein für kurze Zeit aufleben. [Ein Erlebnisbericht von Thomas Kerscher, Waldliebhaber.de]

Triftfest 2015001Die Veranstaltung begann mit einem gemeinsamen Gottesdienst unter freiem Himmel, den Pfarrer Thorsten Grasse aus Wilgartswiesen abhielt, musikalisch passend umrahmt von den Jagdhornbläsern ´Parforcehorn Südliche Weinstrasse´.

Triftfest 2015032Karl-Heinz Bosch, Revierleiter der Rinnthaler Wald GmbH und sein Kollege Harald Düx aus dem nahen Annweiler am Trifels leiteten viele interessierte Besucher in mehreren Führungen bis in den Hochwald Rinnthals und wurden dabei nicht müde, den kompletten Ablauf der früheren Holzgewinnung vom Fällen bis zum Wassertriften der Baumstämme ins Tal zu erläutern. Dabei verwies Bosch den schon zu früheren Zeiten äußerst hohen Wert, den Holz für die Bürger schon damals bedeutete.

Triftfest 2015064Zusätzlich führten Mitarbeiter der Rinnthaler Wald GmbH zur besseren Anschauung einzelne Arbeitsschritte vor. Dabei staunten viele Besucher nicht schlecht, wie gefährlich und körperlich belastend doch die Waldarbeit vor nicht allzu langer Zeit noch war. Bosch nutzte die Gelegenheit und wagte es, den Vorgang des Baumfällens durch zwei Teilnehmer durchführen zu lassen: Ein Politiker und ein früherer Banker erklärten sich gerne bereit, den Versuch durchzuführen, eine Fichte per uralter Handsäge fällen zu lassen: Thomas Weiner, Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtages und Thomas Kerscher, Herausgeber von Waldliebhaber.de schafften es, trotz erster Gleichlaufschwierigkeiten, die „mächtige Fichte“ (so Kerscher schmunzelnd: „gefühlt 80 Meter hoch“ , Anmerkung der Redaktion: tatsächlich etwa 12 Meter) in Kürze in richtiger Fällrichtung zu Boden zu bringen.

Triftfest 2015097Danach konnten die Besucher bereit liegende Stammstücke auf einen Holzschlitten laden, welchen dann Andreas Knorr, Inhaber eines Holzrückebetriebes aus dem naheliegenden Albersweiler, an diesem Tag als sogenannter ´Triftknecht´ aus dem steilen Wald auf einem diagonal angelegten Rückeweg hinab zum Waldweg zog. Am Waldweg hievte dieser den schwer beladenen Schlitten, ein solcher konnte bis zu siebenhundert Kilogramm tragen, auf nach früheren Originalen nachgebauten Holzschienen, – ein sogenannter Schlittenweg -, um diesen (Anmerkung der Redaktion: nicht sehr Bandscheiben-freundlich) darüber bis zum naheliegenden Bächlein zu ziehen.

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