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Blatt vor dem Mund, Holzweg und Co: Redewendungen aus Wald und Wiese

Eigentlich nimmt Lucy kein Blatt vor den Mund ...

Eigentlich nimmt Lucy kein Blatt vor den Mund ... Als Redakteurin nimmt unsere Lucy ja eigentlich kein Blatt vor den Mund. Beim Toben im Laub ist es dann doch passiert. Aber woher kommt diese Redewendung? Hat „kein Blatt vor den Mund nehmen“ tatsächlich etwas mit den Blättern von Bäumen zu tun? Und welche Redewendungen rund um Wald und Wiese fallen Ihnen sonst noch ein?

Woher genau „kein Blatt vor dem Mund nehmen“ kommt ist nicht zu hundert Prozent geklärt. Einer Theorie zufolge hat die Redewendung ihren Ursprung auf mittelalterlichen Bühnen: Schauspieler, die über Mittelalter-Celebrities herzogen, verdeckten ihr Gesicht mit einem großen Blatt aus dem Wald oder dem Garten, um nicht erkannt zu werden. Wer auf diese Maskerade verzichtete, nahm sprichwörtlich kein Blatt vor dem Mund.

Wer dagegen etwas „durch die Blume sagte“, wählte seine Worte mit Bedacht und sprach floskelhaft statt offen und ehrlich. Im 18. Jahrhundert wurde die „Blumensprache“ zur Kunst. So hatte jede Blume ihre eigene Bedeutung. Die Rose galt als Zeichen der Liebe, die Kornblume als Absage an den Verehrer.

Trotz einer Kornblume weiter für die unerwiderte Liebe kämpfen? Realistisch betrachtet wohl ein Irrtum. Ein klarer Fall für den Holzweg. Die Redewendung „auf dem Holzweg sein“ hat ihren Ursprung direkt im Wald: Holzwege waren die Forstwege des Mittelalters. Über sie wurde das gefällte Holz transportiert. Zu einem sinnvollen Ziel führten die Holzwege nicht, sie endeten mitten im Wald. Wer beim Spazieren im Wald einen solchen Weg einschlug, musste umkehren oder durchs Gebüsch weiter.

Also gut, dann doch runter vom Holzweg und nach der wahren Liebe suchen. Aber Vorsicht. Oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Diese Ausdruck haben wir übrigens dem Dichter Christoph Martin Wieland zur verdanken, der sie in seinen Werken immer wieder verwendete. Wichtig auf der Suche nach der oder dem Richtigen ist auch das eigene Verhalten. Denn: Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es auch zurück. Und ist die wahre Liebe gefunden, hilft dieses Sprichwort: Säge nicht an dem Ast, auf dem du sitzt!

 

Aber bevor sich dieser Artikel noch zum Beziehungsratgeber wird, lassen wir das mit den Redewendungen aus Wald und Wiese. Sonst wird unsere Lucy ja noch in der Pfanne verrückt …

 

Redaktion: Waldliebhaber.de
Foto: Waldliebhaber.de

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